Jul 28 2017

Proteste gegen den G20 in Hamburg und unsere Beteiligung als Tierrechstaktivist_innen

Nach ereignisreichen Protesttagen in Hamburg sind wir mit gemischten Gefühlen verblieben. Unter viele tolle, motivierende Aktionen mischen sich frustrierende Erfahrungen, besonders mit der immer wiederkehrenden und illegitimen Repression der Proteste. Im Folgenden möchten wir eine kurze und sicherlich nicht erschöpfende Zusammenfassung unserer Aktivitäten, Erlebnisse und Eindrücke während des G20 Gipfels in Hamburg bieten.

Im Vorfeld des G20-Gipfels haben wir eine Vielzahl an Protesten erwartet und mit einer medial vorwiegend einseitigen und sensationalisierenden Berichterstattung gerechnet. Deshalb erachteten wir den Versuch nicht als sinnvoll, groß angelegt Tierbefreiungsinhalte im Rahmen der G20-Proteste zu platzieren. Wir haben uns als Tierbefreiung Hamburg vielmehr mit der Idee in die Anti-G20-Proteste eingebracht, eine Struktur und einen Anlaufpunkt für Personen aus der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung zu bieten. Gleichzeitig wollten wir auch, z. B. durch unsere Beteiligung an den Klimazusammenhängen, eine stärkere Vernetzung mit anderen politischen Bewegungen erreichen.

Nachdem die zunächst geplante Klima-Aktion im Hafen wegen Sicherheitslücken abgesagt werden musste, war ein Klima-Barrio auf dem antikapitalistischen Camp mit einem umfangreichen Programm auch zu Themen wie Klimagerechtigkeit und Tierhaltung geplant. Hier waren wir einerseits in die Organisation eingebunden, andererseits waren wir fest entschlossen den Raum und die Möglichkeit des Barrios zu nutzen, mit anderen Aktiven ins Gespräch zu kommen, uns zu treffen und zu vernetzen und am Programm aktiv teilzunehmen.
Die Polizei versuchte allerdings im Vorfeld und während der Protesttage die Camps mit allen Mitteln zu verhindern. Dadurch, dass die Camps an den Rand der Stadt gedrängt wurden, der Aufbau behindert wurde und Schlafzelte beschlagnahmt wurden, sollten offenkundig Menschen davon abgehalten werden sich an den Protesten zu beteiligen. Zwar war dieses zutiefst autoritäre Vorgehen der Polizei zum Scheitern verurteilt, da schlichtweg neue Flächen direkt in der Nähe des Tagungsortes besetzt bzw. von verschiedenen Institutionen wie Kirchen oder Theatern zur Verfügung gestellt wurden, ein zentrales Barrio für Aktivist*innen aus der Klimabewegung konnte sich unter diesen Voraussetzungen aber leider nicht etablieren.

Am Freitag, dem ersten Gipfeltag, haben wir uns an der Aktion „Block G20 – Colour the red zone“ beteiligt, die zum Ziel hatte durch Blockaden wichtiger Zufahrtswege den reibungslosen Ablauf des Gipfels zu stören. Am frühen Morgen setzten wir uns mit mehreren Bezugsgruppen in Richtung des Tagungsgeländes in Bewegung. Auch die offensichtlich übermüdeten und gereizten Polizeieinheiten konnten nicht verhindern, dass wir zentrale Blockadepunkte in der gut 40km² großen “demonstrationsfreien Zone” erreichten, um die Anfahrt u.a. von Donald Trump mit Sitzblockaden zu behindern. Auch hier kam es zu einem massiven und absurd brutalen Vorgehen offensichtlich überforderter Polizeieinheiten gegen Demonstrierende. Trotzdem konnten kleinere Erfolge verbucht werden: der Gipfel konnte erst mit leichter Verzögerung beginnen und Melania Trump zunächst nicht am „Partnerprogramm“ teilnehmen. Einzelne Politiker_innen sagten Freitagvormittag auf Grund der Blockaden ihre Teilnahme und Anfahrt beim G20 Gipfel ab.

Am Samstag beteiligten wir uns dann an dem von uns mitorganisierten Klimablock auf der Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“. 75.000 Menschen waren an diesem Tag auf der Straße. Unser Block versuchte durch Transparente und Schilder den Fokus auf die aktive Rolle zu legen, die Tierrechtler*innen und Klimabewegte im Kampf für eine befreite, ökologische Gesellschaft einnehmen. Leider wurde auch am zweiten Gipfeltag die harte Linie der Polizei der letzten Tage fortgesetzt. Ohne Vorwarnung und völlig überraschend stürmte und zerschlug die Polizei den Block hinter uns auf gewaltvolle Art und Weise. Dabei wurden teilweise auch Menschen unseres Blocks verletzt, die Demo kam ins Stocken und die Route unseres Teils der Demonstration musste abgekürzt werden. Dadurch konnten interessante und wichtige Beiträge von unserem Lautsprecherwagen nicht mehr vorgetragen werden bzw. gingen in den Repressalien der Polizei unter. Die Stimmung des Blocks litt enorm unter dieser wiederholten Angriffen auf unseren Protest und an ein kraftvolles Auftreten und Vorbringen von Forderungen war leider nur wenig zu denken.

Unsere Gefühle im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel können als ambivalent beschrieben werden: einerseits gehen uns die Erlebnisse von Polizeigewalt und Repression nahe, auch das Ausmaß und die Heftigkeit der Proteste und die einseitige mediale Berichterstattung lassen uns nicht kalt, andererseits ist es toll, so viel Protest in verschiedenster Form innerhalb einer Woche zu erleben. Angesichts von Repression und Rufen nach verschärften Gesetzen, werden wir uns jedoch nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil: diese zeigen uns, welch wunden Punkt die Proteste getroffen haben, und dass es wichtig ist, weiterhin das kapitalistische System anzugreifen und für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung einzutreten.

Für die Befreiung von Mensch, Tier und Natur! Gegen Polizeigewalt und Repression! Solidarität mit den von Repression Betroffenen!
G20 – still not welcome!


Mai 18 2014

Beteiligung an Blockupy-Protesten auch in Hamburg

Nachdem es bereits am 1.Mai eine Beteiligung von Tierbefreiungsaktivist_innen beim Rise Up Block der DGB-Demonstration gab, mobilisierten mehrere Gruppen auch zu den Blockupy-Protesten am 17.Mai in Hamburg. Gut 30 Aktivist_innen fanden sich in einem Block im mittleren Teil der Bündnis-Demo ein. Mit einem Hochbanner („Fleischindustrie enteignen – Kapitalismus abschaffen), 15 Schirmen mit unterschiedlichen Aufschriften wie „Tiere sind keine Ware“ und Fahnen war die Gruppe nach außen sichtbar. Während der Demoroute die durch die Hamburger Innenstadt in Hafencity führte wurde durchgehend u.a. mit Hilfe von Megaphonen lautstark skandiert – sowohl tierrechtsbezogene Sprüche („Mensche und Tiere sind kein Kapital“), als auch Slogans die sich gegen weitere Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnisse richteten („Demos auf der Straße Streik in der Fabrik – Das ist unsere Antwort auf eure Politik“ oder „Kein Mensch ist illegal – Bleiberecht überall“). Nachdem Ende der Demo verhinderte die Polizei weitere Aktionen in der Hafencity. Ein Teil der Demonstratierenden, darunter auch ein Großteil der Tierbefreiungsaktivist_innen bewegte sich in unangemeldeten Demos durch die Innenstadt, protestiert wurde bei verschiedenen Profiteuren Krisenpolitik aber auch vor Geschäften wie z.B. einem Pelzladen, die von Tierausbeutung profitieren.

Während des Tages wurden an die Demoteilnehmer_innen und interessierte Passant_innen mehrere Hundert Flyer verteilt, die das Anliegen der Tierbefreier_innen verdeutlichen sollten: „Nur wenn sich die Konzerne in
den Händen der ProduzentInnen befinden, können sie dicht gemacht oder auf eine vernünftige Produktion umgestellt werden. Nur wo nicht mehr für den Markt und den Profit, sondern für die allseitige Entwicklung der
Individuen und der Natur gearbeitet wird, ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen passé und eine Versöhnung zwischen Menschen, Tieren und Natur möglich.“

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Mrz 31 2014

Aktionsbericht zur Demo beim Air France/KLM Cargo Office Norderstedt

Am 31.3. demonstrierten ca. 15 TierversuchsgegnerInnen und TierrechtsaktivistInnen bei der Air France/KLM Cargo Niederlassung in Norderstedt bei Hamburg. Neben zahlreichen Aktionen, die am Hamburger Flughafen regelmäßig stattfinden, sollten dies mal  durch die Demonsration MitarbeiterInnen und Verantwortliche des Unternehmens direkt mit Protest konfrontiert werden. Mit mehreren Megaphonen und lautem Skandieren wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass der “Versuchstier”transport durch Air France/KLM nicht hinnehmbar ist, sowie das das Unternehmen direkt die Verantwortung für das Leiden unzähliger von ihm transportierter “Versuchstiere” trägt.

“Mit der Aktion wollen wir die Protestmöglichkeiten der Kampagne gegen Air France /KLM ausweiten und klar machen, dass das Unternehmen überall dort mit Protest zu rechnen hat, wo es öffentlich in Erscheinung tritt. Wir hoffen, dass auch andere Büros und Niederlassungen Ziel von Demonstrationen werden”, so eine Aktivistin der Gruppe Tierbefreiung Hamburg über die Hintergründe der Protestaktion.

Mehr über die Kampagne gegen den Versuchstiertansport von Air France/KLM

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Jan 29 2013

Aktionsbericht: “Air France fliegt Tiere in den Tod!” – Demo im Hamburger Flughafen

Am Freitag, den 25.Januar demonstrierten 35 Personen im Hamburger Flughafen gegen den “Versuchtstier”transport von Air France/KLM.

Mehrere Hundert Flugblätter auf deutsch und englisch konnten im Terminal 1 an Fluggäste und Flughafenbesucher_innen verteilt werden, obwohl – wahrscheinlich saisonbedingt – an diesem Tag eher wenig Menschen im Flughafen anzutreffen waren.

Aufgrund der großen Anzahl erschienener Aktivist_innen reichte die den Demonstrierenden von der Polizei zugewiesene Fläche kaum aus. Dadurch kamen neben den Mitarbeiter_innen und Kund_innen von Air France auch die Fluggäste anderer Airlines wie z.B. Air Berlin nicht an der Demonstration vorbei, denn die Schlange vom deren Schalter musste sich buchstäblich um die vielen Aktivist_innen herumwinden.

Solange Air France sich am Transport von sogenannten Versuchstieren beteiligt, werden wir wiederkommen und dagegen protestieren und die Kund_innen von Air France über die dunkle Seite ihres Urlaubs aufklären.

(Foto unter “weiter lesen”)

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Dez 5 2012

Proteste gegen Air France

Am 1. und 2.12., zum Start der internationalen Aktionswoche der “Gateway to Hell”-Kampagne, demonstrierten 15-25 AktivistInnen im Hamburger Flughafen gegen die Versuchstiertransporte von Air France.

Mit Transparenten, Schildern, Flyern und kurzweilig lautem Rufen teilten sie den Reisenden und ArbeiterInnen auf dem Gelände und dem in Sichtweite der Demo befindenden AirFrance-Schalter ihre Forderungen für ein Ende der Tiertransporte und die Abschaffung von Tierversuchen mit.
Viele Interessierte nahmen sich Flyer mit oder gaben positive Rückmeldungen zu dem Anliegen und die MitarbeiterInnen am Schalter von Air France waren sichtlich genervt.

Stoppt den Transport von Veruchstieren durch Air France und überall!

Für ein Ende von Tierversuchen!

 


Sep 14 2012

Pro-Jagd-Antrag der FDP abgelehnt – AktivistInnen protestieren in Bezirksversammlung Hamburg-Wandsbek

Am 13.9. haben etwa 15 AktivistInnen unterschiedlicher Hamburger Tierrechtsgruppen an der Bezirksversammlung in Hamburg Wandsbek teilgenommen, wo die lokale FDP Fraktion einen Antrag zur vermehrten Bejagung von Wildschweinen eingereicht hat. Die Sitzung begann mit einer Bürgersprechstunde, wo ein Aktivist von Tierbefreiung Hamburg die Gelegenheit nutze, um gegen die Jagd und das Vorhaben der FDP zu protestieren. Dr. Fischer von der FDP reagierte darauf, indem er lediglich in Frage stellte, ob denn das Wort “Mord” im Zusammenhang mit Tieren angebracht sei, da Tiere sich ja auch gegenseitig umbringen würden…

Nach etwa einer halben Stunde begann dann die eigentliche Debatte um den Antrag, welche durch Zwischenrufe, Trillenpfeifen und ein ausgebreiteste Transparent gegen Jagd (siehe Foto) mehrfach kurz unterbrochen werden musste. Einige AktivistInnen wurden im Zuge dessen des Saales verwiesen. Schlussendlich wurde jedoch recht bald deutlich, dass die FDP keine Mehrheit für ihren Antrag bekommen würde – tatsächlich scheiterte sie kläglich, da selbst Teile der CDU – sonst eher die politische Heimat der Jäger und Jägerinnen – den Antrag ablehnten. weiter lesen

Feb 27 2012

Bericht vom Aktionswochenende gegen den Pelzhandel bei Kaufhof

Am 24. Und 25.2. demonstrierten jeweils 30-40 AktivistInnen vor der Kaufhof-Filiale in der Hamburger Innenstadt. Mittels Transparenten, Flyern und Sprechchören wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der erneute Einstieg von Kaufhof in den Pelzhandel nicht toleriert wird. Das bundesweite Netzwerk Offensive gegen die Pelzindustrie hatte zu diesem Aktionswochenende aufgerufen, nachdem bekannt geworden war, dass Galeria Kaufhof wieder Produkte mit Kaninchenfell verkauft.  In ganz Deutschland fanden aus diesem Grund Proteste statt. Wir werden uns weiterhin an Protesten beteiligen, bis Kaufhof erklärt, den Handel mit Kaninchenfell unbefristet einzustellen!

Für Bild-Impressionen weiter lesen klicken  weiter lesen


Sep 21 2011

Demobericht Circus Krone 15.9.

Am Donnerstag, den 15. Semptember versammelten sich auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg bis zu 50 TierbefreiungsaktivistInnen um anlässlich der Eröffnungshow von Circus Krone gegen die Gefangenhaltung und Zurschaustellung von Tieren im Zirkus zu demonstrieren. Circus Krone steht immer wieder auf Grund seiner Haltungsbedingungen in der Kritik und sieht sich wiederholt dem Vorwurf der “Tierquälerei” ausgesetzt. Nichtzuletzt in Hamburg sorgte die Präsenz des Zirkusses für eine erneute Diskussion in der Bürgerschaft über ein “Wildtierverbot” in Zirkussen. Den DemonstrantInnen ging es jedoch nicht um vermeintlich schlechte Haltungsbedingungen oder um den Fakt, dass sog. Wildtiere in Zirkussen nicht ‘artgerecht’ gehalten werden können. Sie protestierten gegen jede Form der Einsperrung, Dressur und Zurschaustellung von Tieren aller Arten im Zirkus, und in diesem Fall auch bei Circus Krone. Auch lehnen die AktivistInnen jede Form der Gewalt und der Ausbeutung an Tieren in all ihren verschiedenen Ausprägungen ab. Diese Positionen wurden durch entsprechendes Infomaterial, Transparente sowie Schilder und Sprechchöre artikuliert. weiter lesen


Jul 11 2011

Aktionsbericht zur Air France/KLM Demo am 4.Juli 2011

Am 4.7. demonstrierten etwa 20 AktivistInnen im Terminal 1 des Hamburger Flughafens gegen Transporte sog. Versuchstiere durch AirFrance-KLM. Mitten in der Check-In Halle wurden Transparente ausgebreitet, Flugblätter verteilt und Schilder gehalten. Sichtlich genervt vom Protest versuchte, der örtliche AirFrance verantwortliche, die Proteste möglichst einzudämmen. Die Demo blieb jedoch 3 Stunden vor Ort und informierte die Reisenden über das Geschäft mit dem Tod, in das Air France maßgeblich verstrickt ist. Informationen zur Kampagne gegen AirFrance/KLM finden sich hier. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Proteste auch in Deutschland ausbreiten, um den Druck auf AirFrance möglichst zu erhöhen. Ein deutschsprachiges Flugblatt lässt sich hier herunterladen: weiter lesen


Feb 11 2011

Aufruf an Tierbefreier_innen zur Beteiligung an der Demonstration zur Abschaffung von Tierversuchen am 30.04.2011 in Hamburg

Am Samstag, den 30.04.2011 ist in Hamburg im Rahmen des Internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche*, eine Demonstration durch die Innenstadt mit dem Motto “Zeichen setzen” geplant. Die Veranstalter_innen sind die Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Wir werden wie auch die Ärzte gegen Tiervesuche e.V. und andere beteiligte Gruppen für die Abschaffung von Tierversuchen auf die Straße gehen. Unser Anliegen ist dabei jedoch den Kampf gegen Tierversuche in den größeren Rahmen der Befreiung aller Tiere aus dem gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnis einzuordnen. Wir lehnen also die Versuche an Tieren nicht aus dem Grund ab, weil sie übermäßige Nutzung, also die “Quälerei”, von Tieren darstellen, sondern weil die Nutzung der Tiere als solche ein Problem darstellt. Uns geht es nicht um die Verbesserung der Haltungsbedingungen, größere Käfige, schmerzfreie Tötungsmethoden, sondern um die Abschaffung der Käfige und die Beendigung der Gewalt gegen Tiere. weiter lesen