Feb 25 2018

Solidarität mit den acht SchlachthofbesetzerInnen von Bogen und Wietzen-Holte

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„Wer im Stich läßt seinesgleichen, läßt ja nur sich selbst im Stich.“ Bertolt Brecht
Ende Februar und Anfang Mai wird acht Tierbefreiungs- und TierrechtsaktivistInnen aus ganz Deutschland vor dem Amtsgericht im bayrischen Straubing und vor dem niedersächsischen Landgericht Verden der Prozess gemacht. Ihnen wird „Sachbeschädigung“, „Nötigung“ und „Hausfriedensbruch“ vorgeworfen.
Faktisch sitzen alle acht aber nicht wegen der Bagatelldelikte auf der Anklagebank, die ihnen zur Last gelegt werden, sondern wegen ihres Protests und Widerstands gegen die kapitalistische Ausbeutung und Tötung von Tieren durch Deutschlands Geflügel-Schlachter Nummer eins: die PHW-Gruppe. Das niedersächsische Unternehmen ist in der Öffentlichkeit besser bekannt unter dem Namen Wiesenhof, eine der PHW-Tochtergesellschaften und das Flaggschiff des Firmenimperiums der Kapitalistenfamilie Wesjohann.
 
Blockaden und Besetzungen von Schlachtfabriken
Hintergrund der juristischen Verfahren sind zwei Aktionen des kollektiven zivilen Ungehorsams gegen den Wiesenhof-Konzern. Im Februar 2016 besetzen 30 TierbefreiungsaktivistInnen Baukräne und das Baubüro auf einer Baustelle in Bogen bei Straubing, verteilten Flyer und hängten Transparente auf. Dort sollte eine Hühnerschlachtfabrik wiederaufgebaut werden, die zuvor abgebrannt war. Sie ist Eigentum von Deutschlands führenden Geflügelfleischproduzenten. Sieben der 30 Beteiligten werden nun in Straubing dem Richter vorgeführt.
Im August 2016 wurde ebenfalls ein Schlachthof des Geflügelfleisch-Monopolisten im niedersächsischen Wietzen-Holte blockiert. Ein Aktivist nahm dabei auf einem LKW Platz und räumte ihn für mehrere Stunden nicht. Der Nienburger Amtsrichter Jan-Hauke Förtsch verurteilte ihn dafür zu drei Monaten Gefängnis ohne Bewährung. Der Justizbeamte war der Auffassung, eine besonders drakonische Strafe verhängen zu müssen, weil der Angeklagte mutmaßlich „in der Unrechtstradition politischer Straßenkämpfer wie der SA“ gestanden habe, „derer Methoden er sich im Kern bedient hat“. Gegen dieses Urteil beginnt im Mai am Landgericht Verden die Berufungsverhandlung.

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Feb 14 2018

Wir machen euch pelzfrei! – Demo gegen Pelzhandel bei ESCADA am 17.02. im Outlet-Center in Neumünster

Obwohl ESCADA – aufgrund jahrelanger intensiver Kampagnenarbeit – im Jahr 2010 aus dem Pelzhandel ausgestiegen war, wurden letztes Jahr wieder Echtpelzprodukte in ihren Filialen gefunden, darunterKrägen aus Fuchsfell und Marderhundfell. Das Unternehmen weigert sich nach wie vor, Stellung zu beziehen oder auf Nachfragen und Proteste zu reagieren. Nachdem wir bereits im Dezember mehrmals lautstark gegen ESCADA auf der Straße waren, wollen wir sie auch im neuen Jahr weiterhin spüren lassen, was wir von ihrem Wiedereinstieg in den Pelzhandel halten und beteiligen uns am bundesweiten und internationalen Aktionswochenende der Offensive gegen die Pelzindustrie.

Wir rufen euch auf, am kommenden Samstag mit uns zusammen zu der ESCADA Outlet Filiale in Neumünster zu fahren. Sie ist im Zentrum eines großen Designer Outlets gelegen, das an den Wochenenden sehr viele BesucherInnen anlockt und sogar einen eigenen Shuttle-Service von Hamburg aus betreibt. Auch dort sollten die VerkäuferInnen und BesucherInnen erfahren, was wir davon halten, dass ESCADA ihr Versprechen gebrochen hat. Inmitten des großen Shoppingscenters wollen wir ein lautstarkes Zeichen gegen den Pelzhandel setzen. Gemeinsam werden wir dem Unternehmen wieder ins Gedächtnis rufen was es bedeutet, das Ziel von Anti-Pelz-Protesten zu sein.

Anreise:

Da der Outlet mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so gut zu erreichen ist gibt es von Hamburg Dammtor aus einen Shuttle Bus für 10 Euro inklusive Rückfahrt. Informationen bekommt ihr hier: www.mcarthurglen.com/de/designer-outlet-neumuenster/en/plan-your-visit/shuttle-bus/.
Solltet ihr mit dem Bus kommen, empfehlen wir euch, die Option 2 um 12:30. Ihr könnt auch mit dem Zug über Bad Oldesloe nach Neumünster Süd fahren, von dort sind es dann allerdings noch 2,5 km Fußweg. Ansonsten sprecht euch ab und organisiert gemeinsame Anfahrten mit dem Auto.

Ort und Zeit:

17. Februar, 13:00 – 16:00 Uhr
vor der ESCADA Filiale im Designer Outlet Neumünster,
Oderstraße 10, 24539 Neumünster.

Wir freuen uns auf euch und ein energisches Aktionswochenende! Für ein Ende der Pelzindustrie!escada-action-februar-2018


Feb 14 2018

Kongress zur Zukunft der Tierbefreiungsbewegung in Hamburg

Das Bündnis Marxismus und Tierbefreiung organisiert vom 30. März bis 1. April 2018 in Hamburg ein Veranstaltungswochenende unter dem Titel „Die Zukunft der Bewegung – Tierbefreiung zwischen Opposition und Affirmation“. Das Programm und weitere Infos finden sich auf www.osterakademie.tk.

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Dez 18 2017

Wir lassen nicht locker: Demos gegen Escada am 23.12. und 30.12.

Demos gegen den Pelzhandel von Escada

Vor dem Escada-Store in den Großen Bleichen 23-27 (Kaisergallerie)

  • Sa. 23.12.2017 – 12:00 bis 13:30 Uhr (Demo von Tierrechtsinitiative Hamburg)
  • Sa. 30.12.2017 – ab 14 bis 16 Uhr (Demo von Tierbefreiung Hamburg)

Die Proteste gegen den Wiedereinstieg des Luxusmodekonzerns Escada in den Pelzhandel nehmen an Fahrt auf. An einer von Tierbefreiung Hamburg organisierten Kundgebung beteilgten sich am vergangenen Samstag (16.12.) rund 25 Aktivist*innen. Am 23.12. ruft nun die Tierrechtsinitiative Hamburg zu einer weiteren Kundgebung auf und auch wir werden uns am Samstag den 30.12. wieder kraftvoll gegen die Verwendung von Pelz durch Escada stellen.

Escada ist nicht das erste Unternehmen, welches versucht wieder in den Pelzhandel einzusteigen. Auch Kaufhof, Peek&Cloppenburg oder das Alsterhaus planten nach erfolgreichen Kampagnen der Tierbefreiungsbewegung wieder Pelz zu verkaufen. Zu recht waren heftige Proteste die Folge, schließlich tragen Pelz verkaufende Modeunternehmen und Warenhäuser Verantwortung für das millionenfache Leid der so genannten Pelztiere und bieten lukrative Absatzmärkte für die Pelzindustrie in Deutschland. Im Hinblick auf kraftvolle Demos und Aktionen des Zivilen Ungehorsams nahmen bisher alle Unternehmen schnell Abstand von ihren Vorhaben wieder Pelz in ihre Kollektionen aufzunehmen.

Es ist klar, dass auch Escada mit ihrem Vorhaben nicht durchkommt. Die Offensive gegen die Pelzindustrie hat zu Protesten aufgerufen und wir werden uns es nicht nehmen lassen, lautstark gegen das Unternhemen zu demonstrien!

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Nov 21 2017

Podcasts zur Veranstaltungsreihe „Hinter dem Tellerrand“

Im März und April 2017 organisierte Tierbefreiung Hamburg die Veranstaltungsreihe „Hinter dem Tellerrand“ zu kritischen Perspektiven auf die globale Landwirtschaft und Agrarindustrie. Vier Vorträge beschäftigten sich mit der Einführung in die Kritik des globalen Landwirtschaftssystems, der deutschen Fleischindustrie, der Frage nach Klimagerechtigkeit und Tierhaltung sowie dem Sojaanbau in Lateinamerika für Tierfuttermittel in Europa. Abschließend führte eine Rundfahrt zu zentralen Akteuren im Hamburger Hafen.

Die Aufnahmen der vier Vortragsveranstaltungen mit den jeweiligen Einführungsreferaten und anschließender Diskussion stellen wir nun als Podcast zur Verfügung.

 

01 – Agrarindustrie und globale Landwirtschaft

(Einführungsveranstaltung zur Reihe mit Christine Chemnitz, Fleischatlas)

02 – Fleischvermarktung die Werbestrategien der deutschen Tierhaltungsindustrie

(Vortrag von Friederike Schmitz, Tierfarbriken Widerstand)

03 – Klimagerechtigkeit und Tierhaltung

(Veranstaltung mit Aktivisten von Animal Climate Action)

04 – Sojaanbau in Lateinamerika für Futtermittel in Europa

(Vortrag mit Almudena Abascal, FIAN Deutschland)

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Okt 8 2017

Sven & Natasha Solishirts

Ab sofort gibt es im Twelve Monkeys – Vegankrams “Free Sven and Natasha” Soli T-Shirts. Unterstützt die Beiden gern durch Spenden oder den Kauf eines Shirts im Laden.

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Sep 5 2017

Demonstration am Samstag, 09.September: Unsere Alternative heißt Solidarität!

 

Unter dem Motto “Zeit für einen Aufschrei – Unsere Alternative heißt Solidarität” wird für Samstag, den 09.September zu einer Demonstration gegen den Einzug der AfD in den Bundestag aufgerufen. Wir als Tierbefreiung Hamburg unterstützen den Aufruf des Bündnisses und werden uns weiterhin für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückug einsetzen und dafür am Samstag auf die Straße gehen.

Alle Infos unter: zeit-für-einen-aufschrei.de

Antifaschistische Demonstration
mit Abschlusskundgebung & Konzert vor der Flora
gegen den Einzug der AfD in den Bundestag & für eine solidarische Gesellschaft

am 9. September 2017 um 14:30 Uhr, Demo-Start Hachmannplatzzfea_banner_quadratisch_mit-datum


Aug 10 2017

Aufruf Tierproduktion heißt: Klimawandel, Raubbau, Ausbeutung!

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Das Connecting Movements (CoMo) Camp ist eines der drei Camps im Rheinland dieses Jahr. Es findet statt von 18. bis 29. August und versteht sich als Plattform, um Menschen verschiedener sozialer Kämpfe und Bewegungen zusammenzubringen und um neue Perspektiven emanzipatorischer Politik zu entwickeln. Als Teil des Barrios für Ernährungssouveränität wird Animal Climate Action wir das CoMo Camp mittragen. Vom 18. bis 23. August wollen wir die Auswirkungen der Tierproduktion auf das Klima zum Thema machen, inklusive dessen Bedeutung für die  Klimabewegung und der Frage möglicher Aktions- und Widerstandsformen. Mit einer Fahrraddemo wird sich am ersten Tag der Aktionstage im Rheinland (Donnerstag, 24. August) gemeinsam mit den klimazerstörerischen Auswirkungen der Tierproduktion beschäftigen und erfahren, an welchen Orten der Klimawandel durch die Tierproduktion vorangetrieben wird. Also, habt ihr Ende August noch nichts vor? Wie wäre es also mit einem Besuch des Klima-Camps im Rheinland? Auch wir sind am Start.

Es wird dieses Jahr auch wieder die Großaktion “Ende Gelände” geben: https://www.facebook.com/BaggerStoppen/

Facebook-Event


Aug 7 2017

Solidarität mit Natasha & Sven!

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Im Juli 2012 wurden die beiden TierrechtsaktivistInnen Natasha und Sven in Amsterdam nach einer Hausdurchsuchung festgenommen. Die beiden kämpfen schon seit vielen Jahren für die Befreiung der Tiere und sind deshalb in den Fokus der Behörden gelangt.
Angeklagt sind sie wegen “conspiracy to blackmail”, ein “klassischer” Tierrechtsparagraph, der bereits in der Vergangenheit gegen andere AktivistInnen verwendet wurde, die sich an Tierbefreiungskampagnen beteiligten oder solche organisierten. Sie sollen durch ihre Proteste gegen Tierversuche im Rahmen der SHAC-Kampagne das Tierversuchsunternehmen Huntingdon Life Sciences (HLS) “erpresst ” haben” – ihnen drohen dabei im Höchstfall bis zu 14 Jahre Haft. Gegen kein anderes Tierversuchslabor gab es in der Geschichte der Tierrechtsbewegung mehr Protestaktionen.

Am 18. Februar diesen Jahres wurden Natasha und Sven aus den Niederlanden an die britischen Behörden übergeben und bereiten sich nun in Großbritannien auf ihren Prozess vor, der für Februar 2018 angesetzt ist.

Natasha und Svens Fall ist nicht nur für Aktive der Tierbefreiungsbewegung relevant, sondern für alle Menschen, die sich politisch gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit einsetzen. Die staatliche Repression gegen soziale Bewegungen nimmt immer weiter zu – nicht nur, aber auch im Namen der Unternehmen und Industrien, die mit der Ausbeutung von Menschen und Tieren Geld verdienen und ihre Profite bedroht sehen. Deshalb ist es um so wichtiger, dass wir gemeinsam das Bewusstsein für Fälle wie den gegen Sven und Natasha schärfen. Wir unterstützen alle, die sich für die Befreiung der Tiere einsetzen und werden ihren Kampf gegen die Tierausbeutungsindustrie weiterführen. Sie sind mutige und inspirierende Menschen und sie sind nicht allein.

Wie könnt ihr Natasha und Sven unterstützen?
– Schreibt den beiden mit FreundInnen Solidaritäts-Briefe oder schickt ihnen Postkarten an folgende Adresse:
KEBELE Community Co-operative
14 Robertson Road, Easton, Bristol, BS5 6JY
United Kingdom

– Organisiert Soli-Events und unterstützt ihre Support-Gruppe
– Finanzielle Unterstützung wird benötigt – Spendet hier: Link → https://gogetfunding.com/free-sven-and-natasha/
– Schreibt ein Soli-Statement als Gruppe oder Kampagne
– Liked und teilt die Support-Seite auf Facebook: www.facebook.com/pg/freesvenandnatasha
– Und natürlich am allerwichtigsten: Falls noch nicht geschehen, werdet aktiv für die Befreiung der Tiere und unterstützt politische Gefangene!

Beantworten wir diese Repression mit unserem Zusammenhalt und unserer Solidarität. Wir lassen die von Repression Betroffenen nicht allein und führen ihren Einsatz, ihr Engagement und ihre Arbeit weiter. Wenn wir solidarisch zusammenstehen, werden wir gewinnen. Bis jeder Käfig leer ist!

Weitere Infos zum Fall:
Details zum Fall: Link → http://www.freesvenandnatasha.org/the-case/
Spenden: Link → https://gogetfunding.com/free-sven-and-natasha/
Facebook: Link → www.facebook.com/freesvenandnatasha


Jul 28 2017

Proteste gegen den G20 in Hamburg und unsere Beteiligung als Tierrechstaktivist_innen

Nach ereignisreichen Protesttagen in Hamburg sind wir mit gemischten Gefühlen verblieben. Unter viele tolle, motivierende Aktionen mischen sich frustrierende Erfahrungen, besonders mit der immer wiederkehrenden und illegitimen Repression der Proteste. Im Folgenden möchten wir eine kurze und sicherlich nicht erschöpfende Zusammenfassung unserer Aktivitäten, Erlebnisse und Eindrücke während des G20 Gipfels in Hamburg bieten.

Im Vorfeld des G20-Gipfels haben wir eine Vielzahl an Protesten erwartet und mit einer medial vorwiegend einseitigen und sensationalisierenden Berichterstattung gerechnet. Deshalb erachteten wir den Versuch nicht als sinnvoll, groß angelegt Tierbefreiungsinhalte im Rahmen der G20-Proteste zu platzieren. Wir haben uns als Tierbefreiung Hamburg vielmehr mit der Idee in die Anti-G20-Proteste eingebracht, eine Struktur und einen Anlaufpunkt für Personen aus der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung zu bieten. Gleichzeitig wollten wir auch, z. B. durch unsere Beteiligung an den Klimazusammenhängen, eine stärkere Vernetzung mit anderen politischen Bewegungen erreichen.

Nachdem die zunächst geplante Klima-Aktion im Hafen wegen Sicherheitslücken abgesagt werden musste, war ein Klima-Barrio auf dem antikapitalistischen Camp mit einem umfangreichen Programm auch zu Themen wie Klimagerechtigkeit und Tierhaltung geplant. Hier waren wir einerseits in die Organisation eingebunden, andererseits waren wir fest entschlossen den Raum und die Möglichkeit des Barrios zu nutzen, mit anderen Aktiven ins Gespräch zu kommen, uns zu treffen und zu vernetzen und am Programm aktiv teilzunehmen.
Die Polizei versuchte allerdings im Vorfeld und während der Protesttage die Camps mit allen Mitteln zu verhindern. Dadurch, dass die Camps an den Rand der Stadt gedrängt wurden, der Aufbau behindert wurde und Schlafzelte beschlagnahmt wurden, sollten offenkundig Menschen davon abgehalten werden sich an den Protesten zu beteiligen. Zwar war dieses zutiefst autoritäre Vorgehen der Polizei zum Scheitern verurteilt, da schlichtweg neue Flächen direkt in der Nähe des Tagungsortes besetzt bzw. von verschiedenen Institutionen wie Kirchen oder Theatern zur Verfügung gestellt wurden, ein zentrales Barrio für Aktivist*innen aus der Klimabewegung konnte sich unter diesen Voraussetzungen aber leider nicht etablieren.

Am Freitag, dem ersten Gipfeltag, haben wir uns an der Aktion „Block G20 – Colour the red zone“ beteiligt, die zum Ziel hatte durch Blockaden wichtiger Zufahrtswege den reibungslosen Ablauf des Gipfels zu stören. Am frühen Morgen setzten wir uns mit mehreren Bezugsgruppen in Richtung des Tagungsgeländes in Bewegung. Auch die offensichtlich übermüdeten und gereizten Polizeieinheiten konnten nicht verhindern, dass wir zentrale Blockadepunkte in der gut 40km² großen “demonstrationsfreien Zone” erreichten, um die Anfahrt u.a. von Donald Trump mit Sitzblockaden zu behindern. Auch hier kam es zu einem massiven und absurd brutalen Vorgehen offensichtlich überforderter Polizeieinheiten gegen Demonstrierende. Trotzdem konnten kleinere Erfolge verbucht werden: der Gipfel konnte erst mit leichter Verzögerung beginnen und Melania Trump zunächst nicht am „Partnerprogramm“ teilnehmen. Einzelne Politiker_innen sagten Freitagvormittag auf Grund der Blockaden ihre Teilnahme und Anfahrt beim G20 Gipfel ab.

Am Samstag beteiligten wir uns dann an dem von uns mitorganisierten Klimablock auf der Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“. 75.000 Menschen waren an diesem Tag auf der Straße. Unser Block versuchte durch Transparente und Schilder den Fokus auf die aktive Rolle zu legen, die Tierrechtler*innen und Klimabewegte im Kampf für eine befreite, ökologische Gesellschaft einnehmen. Leider wurde auch am zweiten Gipfeltag die harte Linie der Polizei der letzten Tage fortgesetzt. Ohne Vorwarnung und völlig überraschend stürmte und zerschlug die Polizei den Block hinter uns auf gewaltvolle Art und Weise. Dabei wurden teilweise auch Menschen unseres Blocks verletzt, die Demo kam ins Stocken und die Route unseres Teils der Demonstration musste abgekürzt werden. Dadurch konnten interessante und wichtige Beiträge von unserem Lautsprecherwagen nicht mehr vorgetragen werden bzw. gingen in den Repressalien der Polizei unter. Die Stimmung des Blocks litt enorm unter dieser wiederholten Angriffen auf unseren Protest und an ein kraftvolles Auftreten und Vorbringen von Forderungen war leider nur wenig zu denken.

Unsere Gefühle im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel können als ambivalent beschrieben werden: einerseits gehen uns die Erlebnisse von Polizeigewalt und Repression nahe, auch das Ausmaß und die Heftigkeit der Proteste und die einseitige mediale Berichterstattung lassen uns nicht kalt, andererseits ist es toll, so viel Protest in verschiedenster Form innerhalb einer Woche zu erleben. Angesichts von Repression und Rufen nach verschärften Gesetzen, werden wir uns jedoch nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil: diese zeigen uns, welch wunden Punkt die Proteste getroffen haben, und dass es wichtig ist, weiterhin das kapitalistische System anzugreifen und für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung einzutreten.

Für die Befreiung von Mensch, Tier und Natur! Gegen Polizeigewalt und Repression! Solidarität mit den von Repression Betroffenen!
G20 – still not welcome!